Archiv für Presse

Die GEW zu den Anwerbeversuchen der Bundeswehr an Schulen

Posted in AKTUELLES, PRESSE with tags , , on April 18, 2013 by solidweissenburg

Der Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte schon vor anderthalb Jahren die „mittlerweile übliche Praxis, dass Vertreter der Bundeswehr regelmäßig an deutschen Schulen zu Gast sind“, kritisiert. Die Bundeswehr hat im letzten Jahr versucht, ihren Einfluss auf die Schulen weiter zu erhöhen, schreibt die GEW in einer von Harald Morawietz unterzeichneten Presseerklärung. Jugendoffiziere erreichten über 140.000 Schüler, sogenannte Karriereberater mehr als 250.000 Jugendliche.

„Unbestritten“, schreiben die Gewerkschafter, „ist es das formale Recht einer Lehrkraft, Bundeswehroffiziere und Karriereberater in den Unterricht einzuladen. Auch Bayern hat eine Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr. Doch fragt die GEW, welche „Karriere“ man als Bundeswehrsoldat in Afghanistan, in Mali oder einem anderen Krisengebiet machen könne? Vom Grauen des Krieges traumatisierte Soldaten gebe es mittlerweile auch in der BRD etliche.

Angesichts der Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 nehme die Bedeutung der Schulen für die Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr weiter zu. Die Gewerkschafter lehnen es kategorisch ab, blutjungen Menschen den Soldatenberuf schmackhaft zu machen. Dabei wirbt die Bundeswehr, so die GEW, mit vielschichtigen, flexiblen, individuell zugeschnittenen Aus-, Fort- und Weiterbildungsprogrammen, damit Fähigkeiten erlernt werden, die sie für ihre Kriegseinsätze braucht. Entsprechend wirbt sie auf zielgruppengerechten Internetseiten, so auch bei YouTube. Selbst auf der Online-Seite der „Bravo“ warb die Bundeswehr 2012 für sich.

Zu den Aufgaben von Jugendoffizieren, unter ihnen zunehmend Frauen, gehört es u. a., in Schulen über den Alltag in der Truppe zu erzählen, die Auslandseinsätze und, in dem Zusammenhang, „Sicherheitspolitische Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“ zu erläutern. Den Schülern solle vermittelt werden, dass die Bundeswehr einen weltweiten Friedensauftrag im Sinne der Stabilisierung von Krisengebieten erfülle und somit humanitär wirke. Über die jeweiligen wahren Absichten werde freilich geschwiegen, konstatiert die GEW. Wenn die Bundeswehr jetzt in Mali mit im Einsatz ist, dann diene sie mittelbar auch den ökonomischen Interessen Frankreichs.

Dieser und andere Sachverhalte wie die komplexe politische, gesellschaftliche, ethnisch-soziale Lage in Mali müssten im Unterricht aufgezeigt werden. Schüler würden dann sehr schnell erkennen, dieses Land nicht auf ein „Problem des islamistischen Terrorismus“ reduzieren zu dürfen, und es würde deutlich werden, dass militärischer Einsatz, ergo Krieg, die vielschichtige Problematik nicht lösen kann, betonen die Gewerkschafter. Menschliches Leid werde durch Gegengewalt nicht verringert. Das generell zu erkennen, sei ein wesentliches Lernziel sozialkundlichen Unterrichts.

Aufgabe von Schule ist es vorrangig, im Sinne humanistischer Werte und aufgeklärten Denkens miterziehend zu wirken, schreibt die GEW. Somit sollen Schüler zu demokratischem Handeln, Kritikfähigkeit, Gewaltfreiheit und Toleranz befähigt werden. Aufgabe einer regulären Armee hingegen ist es, im offiziellen Auftrag ihrer jeweiligen Regierung in letzter Konsequenz zu töten. Dies seien zwei diametral entgegengesetzte Aufträge. So hat nach Auffassung der GEW die Bundeswehr an Schulen nichts zu suchen.

Quelle: Pressmitteilung des Kreisverbands Weißenburg-Gunzenhausen der GEW vom 10.04.13

 

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Linksjugend kritisiert Stadtratsbeschluss

Posted in PRESSE with tags , on April 17, 2013 by solidweissenburg

Weißenburg – auf seiner letzten Sitzung beschäftigte sich die sozialistische Jugend ein weiteres mal mit dem Thema legaler Graffiti-Flächen in Weißenburg.

Mit bedauern nahmen sie dabei die Entscheidung des 20080407114604solid4Weißenburger Stadtrates zur Kenntnis, keinen, wie von Heinz Gruber (DIE LINKE) geforderten, Graffiti-Wettbewerb zur Bereicherung der lokalen Kulturlandschaft zuzulassen.

Zahlreiche Projekte in anderen Städten haben gezeigt, dass legale Möglichkeiten für Sprayer_innen, wild angebrachte Graffiti erheblich reduzieren“ so Victor Rother, Sprecher der Weißenburger Gruppe. Die Verantwortlichen weigerten sich schlicht und ergreifend, neue Wege zu gehen und dabei vor allem junge Weißenburger mit innovativen Projekten zu begeistern, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Linksjugend kündigte an, dass Thema weiter im Blick zu haben.

30 Stunden sind genug

Posted in PRESSE with tags , on März 5, 2013 by solidweissenburg

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Auf ihrer letzten Sitzung befasste sich [’solid] – die sozialistische Jugend Weißenburg mit dem Offenen Brief* der „Arbeitgruppe Alternative Wirtschaftspolitik“ an die Vorstände der Gewerkschaften, Parteien, Sozial- und Umweltverbände und Kirchenleitungen in Deutschland. Darin fordern die UnterzeichnerInnen eine gesellschaftliche Debatte zur Einführung einer 30-Stunden-Woche. Dazu erklärt Victor Rother, Sprecher der Linksjugend in Weißenburg:

„Arbeitszeitverkürzung ist das Gebot der Stunde. Faktisch ist die europäische Wirtschaft immer weniger auf die Ware Arbeitskraft angewiesen. Die Folgen hiervon sind aktuell vor allem in Südeuropa zu sehen. Dort herrscht zum Teil eine Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 50%. Schon im Zuge der Krisenproteste 2011 forderten gerade junge Menschen in Spanien eine radikale Arbeitszeitverkürzung um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Europäische Arbeitsplätze wandern nach Deutschland, da hier, wegen prekärer Beschäftigung und neoliberalem Kahlschlag, die Lohnstückkosten immer weiter gedrückt werden. Doch selbst hier ist Arbeitslosigkeit seit Jahren ein gravierendes Problem. Die logische Antwort hierfür ist: Die vorhandene Arbeit muss anders verteilt werden.

Das Konzept, das Arbeitszeitsenkung und Lohnsteigerung mit Produktivitätszuwachs koppelt, scheint uns geeignet, um das ambitionierte Vorhaben umzusetzen. Ein solches Konzept ist nicht „utopisch“, sondern jederzeit umsetzbar. Insgesamt sehen wir in einer Arbeitszeitverkürzung drei positive Aspekte: Arbeitskraft würde verknappt werden und folglich Unternehmen gezwungen, höhere Löhne zu zahlen und mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Zudem wäre dies auch aus einem Gleichstellungsaspekt zu begrüßen. Zuletzt bliebe den Beschäftigten mehr Freizeit.

Nun sind Gewerkschaften gefragt, um erstens eine breite Debatte in den Belegschaften anzustoßen und um zweitens Möglichkeiten zu erwägen, wie einer Arbeitszeitverdichtung bei Arbeitszeitsenkung entgegengewirkt werden kann.“

*http://www2.alternative-wirtschaftspolitik.de/uploads/m0413b.pdf

Weißenburg und der Weltfrauentag

Posted in AKTUELLES, PRESSE with tags , , , on Februar 13, 2013 by solidweissenburg

Leserbrief an das Weißenburger Tagblatt

Es ist schon wieder beinahe ein Jahr vergangen seit dem letzten Weltfrauentag. Getan hat sich leider wenig. Auch in Weißenburg findet Frau derzeit die, im schicken neuen Altmühlfranken-Design, ausliegenden Flyer mit allerhand Veranstaltungen zum Weltfrauentag. Cool, dachte ich mir als ich diese Flyer sah.

Ach ja, wie soll ich es formulieren, diese Veranstaltungsreihe, ist, diplomatisch ausgedrückt, wohl beinahe eine Themaverfehlung.

„Starke Frau, schwache Blase“, „Telefonaktion zum Wiedereinstieg in den Beruf“ (nett gedacht aber am Telefon, geht es noch unpersönlicher?!), und allerhand Lesungen die auch nicht immer einen direkten Bezug zum eigentlichen Thema erkennen lassen.

Gerade zur aktuell stattfindenden Sexismus-Debatte würden sich mannigfaltige, thematisch passendere Veranstaltungsmöglichkeiten anbieten.

Eine Podiumsdiskussion, ein Vortrag über die Rechte der Frauen in Bezug auf Diskriminierung am Arbeitsplatz, eine Vorstellung der Arbeit der

Gleichstellungsbeauftragten (ja, die gibt es in Weißenburg) um nur spontan einige Ideen zu äußern. Denn diese Diskussion ist nicht nur schon längst überfällig, sondern gerade im immernoch patriarchalisch anmutenden Bayern notwendig! Schade, dass die Stadt beziehungsweise „Altmühlfranken“ scheinbar andere Themen als wichtiger erachtet, um sich zu profilieren. Ein junges, gleichberechtigtes Image kann doch einem Landkreis der gerade dabei ist sich neu zu präsentieren, nur zu Gute kommen.

Und, last but not least: sich mit einem schönen, feministischem Zitat auf der Rückseite eines Flyers zu schmücken reicht eben nicht aus.

Gerade wer Simone de Beauvoir zitiert sollte seinen, beziehungsweise ihren Worten auch Taten folgen lassen!wf

„Frauen die nicht fordern, werden beim Wort genommen. Sie bekommen nichts.“ Simone de Beauvoir

Für Graffiti-Wände in Weißenburg

Posted in AKTUELLES, PRESSE with tags , , on September 11, 2012 by solidweissenburg

Weißenburg – „Um wilden Sprühereien im Stadtgebiet vorzubeugen, sollten sich Sprayer_innen auf freigegebenen Flächen austoben dürfen“, fordert die sozialistische Jugend Weißenburg jetzt in einer Pressemitteilung. Direkt Bezug genommen wird darin auch auf die zuletzt in Weißenburg aufgetauchten Schmierereien, u.a. am Weißenburger Römerkastell.

„Erfahrungen in anderen Städten haben gezeigt, dass ein Angebot von freigegebenen Flächen die wilden Graffiti reduziert“ so Victor Rother, Sprecher der Weißenburger Linksjugend. Dabei gehe es nicht um die Förderung flüchtig auf Häuserwände geschmierter „Tags“ (Signaturkürzel), sondern um farbenfrohe Kunstwerke, die das urbane Lebensgefühl speziell junger Künstlerinnen und Künstler zum Ausdruck bringen würden. Künstlerisch gestaltete, legal angebrachte Graffiti seien neben anderen Kunstwerken im öffentlichen Raum Ausdruck städtischer Jugendkultur.

Die linke Jugendorganisation ist sich sicher, dass bereitgestellte Flächen, die in der Graffiti-Szene „Hall of Fame“ genannt werden, künstlerisch aufwendig gestaltet werden würden. Ganz im Gegensatz also zu den zuletzt in Weißenburg wahllos und im Dunkel der Nacht angebrachten Sprühereien.

Eine von der Stadt zum Sprühen freigegebene und von Graffiti-Künstler_innen anspruchsvoll gestaltete Wand, würde das Stadtbild verschönern und wäre eine neue kulturelle Bereicherung. „So wie es die Kunstschranne in Weißenburg gibt, sollte es auch Flächen geben, an denen Straßenkünstler_innen ihre Werke präsentieren können“ so die Linksjugend solid Weißenburg abschließend.

Den rassistischen Alltag beenden

Posted in ANTIFA, PRESSE with tags , , on August 26, 2012 by solidweissenburg
Das autonome Netzwerk Linker        Aktivist_innen, [’solid] – die sozialistische Jugend        Weißenburg und der DIE LINKE Kreisverband        Weißenburg-Gunzenhausen/Ansbach verabschiedete zum 20.  Jahrestags der Pogrome von Rostock-Lichtenhagen eine gemeinsame Erklärung und stecken darin Ihre flüchtlingspolitischen Forderungen an die Kommunalpolitik ab.

Der Staat schaute zu – ZDF berichtete live

Es ist nun zwanzig Jahre her, dass in      Rostock-Lichtenhagen, vom 22. bis 26.08.1992, ein      Asylbewerber_innen- sowie ein Vertragsarbeiter_innenwohnheim über      mehrere Tage hinweg von Rassist_innen und Neonazis angegriffen      wurden. In unmittelbarer Umgebung der Gebäude wurden sogar während      der Krawalle Imbiss- und Getränkestände betrieben, bei denen sich      Rassisten_innen und Zuschauer_innen der entsprechenden Couleur mit      Alkohol versorgen konnten. Bilder von frenetisch jubelnden      Schaulustigen als Molotowcocktails gegen das Asylbewerberwohnheim      flogen, und tatenlos zusehenden Polizisten, gingen um die Welt.      Ein Fernsehteam des ZDF fürchtete genauso wie die BewohnerInnen      der Gebäude um Ihr Leben. Diese Krawalle zählen bis heute zu den      größten rassistisch motivierten Übergriffe der Nachkriegszeit in      der Bundesrepublik Deutschland.   

Medien, wie die Springerpresse aus Hamburg,      schürten auch schon damals eine Panikmache vor Migrant_innen an.      Rechtsradikale Parteien wie die DVU, Republikaner und NPD      erhielten in dieser Zeit viel Zuspruch und in ganz Deutschland      stieg die Zahl der Übergriffe auf Migranten_innen. So kamen      alleine im Jahr 1992 durch neonazistische oder rassistische Gewalt      23 Menschen ums Leben. Diese rassistischen Attacken sind ein      Resultat der Politik und der Medien, die gezielt immer wieder mit      chauvinistischen Stereotypen arbeiten. So wird in Regelmäßigkeit      die Kriminalität und Erwerbslosigkeit in Zusammenhang mit      Migrant_innen gebracht.   

Die dadurch geschürte Angst vor „Fremden“      gipfelte in Brandanschläge mit Todesfolge in Solingen, Mölln, aber      eben auch in den furchtbaren Pogromen von Rostock-Lichtenhagen.      Die Angreifer_innen konnten dabei, wegen Sympathien in der      Bevölkerung, nach ihren wiederholt gewalttätigen Attacken auf das      „Sonnenblumenhaus“, immer wieder in einer bis zu 3.000      Zuschauer_innen großen Menschenmenge, untertauchen.   

Sarrazin, halt die Fresse!

Rassistische Thesen sind immer noch tief in der      Bevölkerung verankert. Dies wird auch immer wieder durch      statistische Erhebungen und Umfragen bewiesen. Migrant_innen haben      in Deutschland mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, die auf ihre      angebliche Abstammung zurück zu führen sind. Die unzulässigen      Verallgemeinerungen sind das Produkt einer stets rassistisch      begründeten abblockenden Haltung der herrschenden Politik in      Deutschland. So können auch die rassistische Idiotien eines Thilo      Sarrazins so große Bevölkerungsteile erreichen, dass die      verbürgerlichte SPD sich dazu entschlossen hat ihn als Mitglied zu      behalten.   

Situation in Bayern

Flüchtlinge, denen es überhaupt nach einer      langen Odyssee gelingt, Deutschland zu erreichen, erwartet eine      lange Serie von Verhörungen. Bereits hier werden diese Menschen      von Staatswegen zu Kriminellen stigmatisiert. Bestehen sie diese      Hürde werden sie Sammellager gebracht, in denen sie wohnen müssen,      bis über ihren Antrag entschieden ist. Dort sind sie dann oft      jahrelang der sogenannten Residenzpflicht (Stallpflicht)      unterworfen, d.h. die Menschen dürfen sich nur im Bezirk ihres      Wohnortes bewegen. Dies ist ein schwerer Eingriff in die      Bewegungsfreiheit der Menschen. Besonders in ländlichen Gebieten      ist dies problematisch. Betroffene müssen lange Strecken mit      öffentlichen Verkehrsmitteln auf sich nehmen, um Essen oder      Klamotten gegen diskriminierende so genannte „Gutscheine“ zu      kaufen. Auch die Wege zu den einzelnem Ämtern sind lang. Die      häufig schlechten Verkehrsanbindungen der öffentlichen      Transportmittel und die unübersichtlichen Fahrpläne der Busse      machen es den Asylbewerber_innen schwer, wichtige Termine      überhaupt wahr zu nehmen.   

Pogromstimmung wird wieder geschürt

Der vermeintlichen Kosteneinsparung wegen mietet      auch die Regierung von Mittelfranken große Sammelunterkünfte an.      Den Charakter von Lagern kann sie dabei nicht abschütteln, denn      meistens sind diese Sammelunterkünfte eben weit abgelegen von      größeren Städten und Lebenszentren. Meistens an Waldrändern oder      auch im Wald selber. Fast mag man meinen die Staatsregierung in      Bayern schämt sich für Menschen, die unter schwierigsten      Bedingungen aus ihrem Land fliehen mussten.   

Menschen mit einem gleichen Schicksal zu      ghettoisieren ist allerdings eine Verletzung der Menschenwürde.      Als sei das nicht schlimm genug, nutzen rechtsradikale      Gruppierungen in Mittelfranken die Situation, um sogar hier noch      für ihre menschenverachtende Ideologie zu werben. So wurden jüngst      Gebäude der evangelischen Kirche in Schwarzach bei Schwabach,      welche in Zukunft als Sammelunterkünfte dienen sollen, mit      hetzerischen Parolen gegen Asylbewerber_innen verunstaltet. Mit      riesigen Buchstaben wird dabei wieder einmal eine Pogromstimmung      gegen Menschen geschürt. Doch gegen Sammellager kann man nicht      sein, weil man gegen Menschen ist, sondern weil Sammellager nicht      mit den Menschenrechten zu vereinbaren sind. Kein Mensch verdient      eine Ungleichbehandlung durch den Staat, denn alle Menschen sind      von Gesetz wegen gleich zu behandeln. Deshalb empfinden wir es      auch als erstrebenswert die herrschende Gesellschaftsordnung zu      überwinden, denn eine auf Konkurrenzkampf basierende      Gesellschaftsordnung wird immer auch rassistische Stereotypen      fördern.   

Keine Geschäfte auf Kosten von Menschen – Bleiberecht für Alle!

Mittlerweile treten auch profitorientierte      Geschäftemacher_innen auf den Plan und bieten leer stehende      Gebäude- und Firmenkomplexe an. So wurde nun auch in unserem      Landkreis in der Ortschaft Niederpappenheim die alte      Limonadenfabrik neben dem Faurecia-Werk als Sammelunterkunft der      Regierung von Mittelfranken angeboten. Bis zu 50 Flüchtlinge      sollen dort ein neues Lager zugeteilt bekommen. Die politischen      Verantwortlichen betreiben also auch weiterhin Ihren      diskriminierenden Umgang mit Menschen ohne starke Fürstimme.   

Wir fordern stattdessen die sofortige Auflösung      aller jetzigen Sammelunterkünfte zugunsten einer menschengerechten      dezentralen Unterbringung ohne Diskriminierung und für eine      Integration der Menschen im Schoß der Bevölkerung, Geld statt      Gutscheine und die Abschaffung der schikanösen Residenzpflicht.

Rote Nelken zum 70. Todestag von Erwin Schulhoff

Posted in AKTUELLES, NACHBERICHTE, PRESSE with tags , , on August 23, 2012 by solidweissenburg

Weißenburg – Am vergangenen Samstag hat die sozialistische Jugend Weißenburg und DIE LINKE dem auf der Weißenburger Wülzburg verstorbenen tschechischen Komponisten und Pianisten Erwin Schulhoff gedacht. 

Der Frühbegabte Schulhoff lebte bis zum Jahr 1924 in Deutschland und interessierte sich für alle radikalen Richtungen der Avantgarde, für Dadaismus und Jazz, wurde aber auch von Impressionismus, Expressionismus und Neoklassizismus beeinflusst. 

In den 1930er Jahren wandte er sich dem „Sozialistischen Realismus“ zu, wollte für die kommunistische Weltrevolution kämpfen und mit seiner Familie in die Sowjetunion übersiedeln. Unter anderem vertonte er 1932 das Manifest der Kommunistischen Partei. Schulhof schrieb Kampflieder und widmete Kompositionen spanischen Freiheitskämpfern. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung und seiner Hinwendung zum Kommunismus konnte er nach 1933 seine Karriere im faschistischen Deutschland nicht fortsetzen. Seine Werke wurden als entartete Musik gelistet und die für Berlin geplante Erstaufführung seiner Oper „Flammen“ verhindert. Die Aufführung seiner Werke in Deutschland wurden gänzlich verboten. Nach 1939 konnte er in Ostrau, im heutigen Tschechien, nur unter einem Pseudonym als Jazz-Pianist überleben. 

Im Mai 1941 erhielt er die sowjetische Staatsbürgerschaft. Kurz darauf überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Am 23. Juni wurde er in Prag interniert und in das Internierungslager auf der Wülzburg deportiert. Dort starb er am 18. August 1942 an den Folgen von Unterernährung und Tuberkulose. Begrabenen wurde er auf dem Russischen Friedhof in Weißenburg. 

Mit ihm verlor man einen der facettenreichsten Persönlichkeiten der Musikwelt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ so die sozialistische Jugend. In ihrer Pressemitteilung begrüßt die Organisation zudem, dass Kammerkonzert anlässlich seines 70. Todestages. Dieses findet am 22.09.12 im Wildbadsaal statt.

Ein Video zum Gedenken findet sich HIER