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Gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus – Verfassungsschutz abschaffen!

Posted in ANTIFA, TERMINE with tags , , on Februar 1, 2013 by solidweissenburg

ndWir unterstützen das antifaschistische Bündnis zum NSU – Prozess in München. Nähere Infos findet ihr unter nsuprozess.blogsport.de.

Am Mittwoch, den 17. April 2013 wird in München der Prozess gegen das NSU-Mitglied Beate Zschäpe sowie vier der Unterstützer beginnen: Ralf Wohlleben, Holger Gerlach, Carsten Schultz und André Eminger.

Ein breites antifaschistisches Bündnis ruft deshalb zu einer bundesweiten Großdemonstration in München am Samstag vor Prozessbeginn auf. Die Demonstration wird am Samstag, den 13. April um 13.00 Uhr am Stachus in München stattfinden.

Wir fahren mit der Bahn gemeinsam nach München. Abfahrt ist um 10:21 Uhr vom Weißenburger Bahnhof. Bitte kommt früh genug, damit wir wissen wie viele Fahrkarten benötigt werden.

Hier der Aufruf:

Im November 2011 wurde bekannt, dass die rassistischen und mörderischen Taten der Nazis des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) sieben Jahre lang unter den Augen der Sicherheitsbehörden begangen wurden. Sie haben zehn Menschen ermordet und zwei Sprengstoffanschläge verübt. In den Medien wurde der Begriff „Döner-Morde“ geprägt und die Sonderkommission gab sich den Namen „Bosporus“. Damit schloss die Polizei von Anfang an rassistische Hintergründe der Morde aus, behandelte die Opfer wie Täter und ermittelte in Richtung organisierter „Ausländer-Kriminalität“.
Durch die rassistischen Ermittlungen der Sicherheitsbehörden wurden Familien, Verwandte und persönliches Umfeld der Opfer über Jahre überwacht und akribisch durchleuchtet. Durch den völlig unbegründeten Verdacht gegen das familiäre Umfeld der Opfer wurden soziale Zusammenhänge zerrissen und die persönliche Existenz zahlreicher Menschen zerstört. Der Rassismus von Behörden und Öffentlichkeit vehinderte so zweifach die Aufklärung der Morde: Während die Hinweise auf rassistische Hintergründe ausgeklammert und vernachlässigt wurden, erschien die These, migrantische Gewerbetreibende seien in mafiöse Strukturen verwickelt, der Polizei und einer breiten Öffentlichkeit unmittelbar einleuchtend und erübrigte weiteres Nachfragen.

Fünf der insgesamt zehn NSU-Morde fanden in Bayern statt, zwei davon in München. Zwischen dem „Thüringer Heimatschutz“, in dem die Haupttäter des NSU vor ihrem Abtauchen organisiert waren, und der bayerischen Naziszene bestanden in den 90er Jahren enge Verbindungen. Böhnhardt und Mundlos nahmen an verschiedenen Treffen und Veranstaltungen der Szene in Bayern teil. Einige der engsten Unterstützer_innen des NSU lebten oder leben immer noch in Bayern, u.a. Mandy Struck, deren Identität Beate Zschäpe im Untergrund angenommen hatte. Mit Tino Brandt und Kai Dalek stehen zwei V-Leute des Verfassungsschutzes auch für die Verbindung zwischen der thüringischen und der bayerischen Naziszene.

„Deutschland hat ein riesiges Rassismus-Problem“, sagte Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Anfang November.

Der strukturelle Zusammenhang von Naziterror mit staatlichem und alltäglichem Rassismus in Gesellschaft, Politik und Medien zeigte sich bei der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl nach den Pogromen Anfang der 90er Jahre wie auch jetzt bei aktuellen Anti-Islam-Kampagnen: Der Rassismus ist tief verankert in der Mitte der Gesellschaft. Dass sich auch nach dieser Mordserie nichts Grundsätzliches im Bewusstsein der Menschen verändert hat, verdeutlichen folgende Beispiele: Zwanzig Jahre nach dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen kämpfen Flüchtlinge immer noch für elementare Menschenrechte in Deutschland, werden Roma stigmatisiert und in eine unsichere Zukunft abgeschoben. Hier lebende Migrant_innen werden täglich diffamiert, bedroht, angegriffen und kriminalisiert.

Die Verharmlosung und Vertuschung von Rassismus und Naziterror hat Tradition in diesem Land. Rechte und rassistische Gewalttaten und Morde haben in Deutschland eine traurige Kontinuität. Die blutige Spur reicht vom bis heute unaufgeklärten Oktoberfestattentat, über die rassistischen Anschläge und Pogrome in Rostock, Mölln, Solingen und Hoyerswerda, über die seit 1989 rund 200 Morde an Migrant_innen, Obdachlosen, Punks und Antifaschist_innen bis hin zu den Morden des NSU.
München war dabei schon viele Male Schauplatz neonazistischen Terrors: Bei dem bisher größten faschistischen Anschlag in der BRD wurden 1980 durch einen Täter aus dem Umfeld der Wehrsportgruppe Hoffmann auf dem Münchner Oktoberfest 13 Menschen getötet und weitere 200 zum teil schwer verletzt. 1981 lieferten sich Neonazis auf dem Weg zu einem Bankraub mit Polizeibeamten in München eine Schießerei, bei der zwei Neonazis starben. 1985 setzten Neonazis der Gruppe Ludwig ein Lokal in der Schillerstrasse in Brand, wodurch eine Person getötet wurde. 2003 beschafften Neonazis aus der Kameradschaft Süd sich Waffen und Sprengstoff und planten u.a. einen Anschlag auf die Grundsteinlegung des neuen jüdischen Gemeindezentrums.

Seit Bekanntwerden der Mordserie des NSU offenbart sich eine erschreckende Politik der Verschleierung: Geschredderte und verheimlichte Akten, konsequentes Vertuschen und Lügen in Untersuchungsausschüssen, wenige, viel zu späte Rücktritte von Verantwortlichen. Eine transparente, schonungslose Aufklärung der Rolle von Geheimdiensten und Polizeibehörden findet bisher nicht statt. Statt ernsthafte politische Konsequenzen zu ziehen gegen Rassismus und die skandalöse Unterstützung des Aufbaus von Nazistrukturen durch Mitarbeiter_innen des (bayerischen) Verfassungsschutzes, reden die verantwortlichen Politiker_innen weiter von vereinzelten Pannen.

Rechte Gesinnung hat beim Verfassungsschutz (VS) Kontinuität: Gegründet im Jahre 1950 mit ehemaligen Nazis sorgte er dafür, dass Widerständler_innen gegen den Nationalsozialismus erneut in deutsche Gefängnisse kamen. In den 60er Jahren bekämpfte er die Student_innenbewegung, in den 70er und 80er Jahren lieferte er das Material für die Berufsverbote linker Aktivist_innen. Vor neun Jahren scheiterten die Pläne für ein NPD Verbot nicht zuletzt daran, dass diese bis in die höchsten Führungsetagen von V-Leuten und Spitzeln des Verfassungsschutzes durchsetzt war. Auch das ummittelbare Umfeld des NSU ist durchsetzt mit V-Leuten aus Verfassungschutz und Polizei.

Deshalb kann die einzige Konsequenz aus der Verstrickung der Behörden nur sein: Verfassungsschutz abschaffen! Wir müssen verhindern, dass die Regierung die NSU-Morde instrumentalisiert, um ihren Sicherheitsapparat weiter aufzurüsten, und damit endgültig eine der wenigen Konsequenzen aus dem deutschen Faschismus – die Trennung von Geheimdiensten und Polizei – rückgängig macht.

Unsere Anteilnahme und Solidarität gilt den Opfern des NSU-Terrors und ihren Angehörigen. Sie wurden nicht nur Opfer des militanten Rassismus der NSU-Täter_innen, sondern auch in der Folge noch durch die rassistischen Ermittlungen der Polizei drangsaliert.

Bekämpfen wir gemeinsam Rassismus in Gesellschaft, Politik und Institutionen!

Entschädigung für die rassistischen und diffamierenden polizeilichen Ermittlungen!

Schonungslose Aufklärung der Verstrickung von Geheimdiensten und Polizeibehörden!

Verfassungsschutz abschaffen!

Neue Ermittlungen zur Aufklärung des Attentats von 1980 in München!

Abschaffung aller rassistischen Gesetze – kein Mensch ist illegal!

Für eine rassismusfreie, solidarische Gesellschaft!

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Aufruf zur Demonstration in Weißenburg: “Schulter an Schulter gegen Rassismus – Faşizme karşı omuz omuza”

Posted in ANTIFA, TERMINE with tags , , on November 15, 2012 by solidweissenburg

Das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen ruft die Bürgerinnen und Bürger aus aktuellem Anlass für den Freitag, 16.11.2012, um 19:00 Uhr vor dem Weißenburger Jugendzentrum zu einem „antifaschistischen Stadtrundgang“ auf.

In Weißenburg treten Personen aus dem neonazistischen Spektrum in letzter Zeit wieder zunehmend aggressiver auf. Ihre Aktivitäten richteten sich in der Vergangenheit vor allem gegen das Weißenburger Jugendzentrum, aber auch gegen Vertreter des Landkreisbündnisses, die wegen ihres Engagements gegen Rechts von Neonazis provoziert und angegangen wurden. Zuletzt war der Schnellimbiss „Bosporus“ in das Visier einer Gruppe von Angehörigen der Naziszene geraten.

Am vergangenen Wochenende in der Nacht von Freitag auf Samstag belagerten diese ein türkische Schnellrestaurant in der Weißenburger Innenstadt eine Stunde lang, in dem sich auch einer der Sprecher des Landkreisbündnisses befand, um eine Drohkulisse aufzubauen. Als der Inhaber den Personenkreis von 7 bis 8 Personen den Eintritt verweigerte ging der stadtbekannte Neonazi Danny B. die Schaufensterscheiben an. Der Inhaber ging daraufhin vor seinen Laden und forderte die Gruppe auf sich zu entfernen. Diese kamen dieser Bitte allerdings nicht nach und bereiteten sich auf eine körperliche Auseinandersetzung vor. Bevor es dazu kam ging der Inhaber wieder in seinen Laden zurück und rief die Polizei. Beim Eintreffen der Polizeistreife entfernte sich, bis auf zwei Personen, der Rest der Gruppe. Nach Aufnahme der Daten war die Polizei gezwungen handgreiflich die Neonazis zum Verlassen des Tatortes zu bewegen.Der Betreiber des Lokals „Bosporus“ hat inzwischen Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet.

Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, mit Ihrer Teilnahme an der Demonstration zu zeigen, dass wir es nicht akzeptieren, wenn Neonazis in unserer Stadt ein Klima der Angst erzeugen wollen. Um die Bedrohung von Demokratie und Menschenrechten durch faschistisches Gedankengut sowie die konkrete Gefahr, insbesondere für Migranten, anschaulich darzustellen, werden die Teilnehmer der Demonstration im Anschluss an eine kurze Auftaktkundgebung vor dem Jugendzentrum Weißenburg die Orte in Weißenburg abgehen, an welchen Nazis in der Vergangenheit auffällig waren.

Mehr Infos unter: www.wug-gegen-rechts.de

Fahrt zu Protesten gegen NPD und FNS in Nürnberg

Posted in ANTIFA, TERMINE with tags , on Juli 29, 2012 by solidweissenburg

Hinweis: Organisiert Euch Mobicards!

1.Die NPD macht am 1. August 2012 um 16:00 Uhr eine Kundgebung in Langwasser auf dem Heinrich-Böll-Platz.

2. Das faschistische „Freie Netz Süd“ hat für den 1. August 2012 eine Aktion am Maffeiplatz im Annapark geplant.

3. Die Gegenaktion: Um 14:30 Uhr am Koopernikusplatz/Maffeiplatz gegen das Freie Netz Süd. Danach gehts dann um 16:00 Uhr nach Langwasser gegen die NPD auf dem Heinrich-Böll-Platz am Gemeinschafthaus Langwasser.

Gerade in Hinblick auf die Morde der NSU und der Geschichte von Nürnberg, hat die NPD und das faschistische „Freie Netz Süd“ in Nürnberg nichts verloren. Wir hoffen, dass sich ALLE der NPD in den Weg stellen. Von der CSU bis zu Linken, von den Kirchen bis zu den Moscheen. Wir setzten auf bunten Protest der Bürgerinnen und Bürger.

Es ist nicht das erste Mal, dass die NPD eine solche „Deutschlandfahrt“ durchführt. Schon während des Bundestagswahlkampfes 1969 hatte die NPD eine solche Fahrt unternommen, um ihr menschenverachtendes Weltbild in der Bevölkerung zu verbreiten. Damals setze der Chef des NPD-Ordnungsdienstes eine scharfe Schusswaffe gegen Demonstranten ein!

Wir treffen uns zur gemeinsamen Reinfahrt nächsten Mittwoch, 1. August 2012, um 13:15 Uhr am Weißenburger Bahnhof. Fahr mit!!!

Aufmucken gegen Rechts in Ansbach am 23.06.12!

Posted in ANTIFA, TERMINE with tags , , on Juni 17, 2012 by solidweissenburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8. Mai – Ein Tag zum Jubeln

Posted in ANTIFA with tags , , on Mai 8, 2012 by solidweissenburg

[’solid] – NLA und DIE LINKE erinnerten mit einem Gedenkakt auf dem Weißenburger Russenfriedhof an das Ende des 2. Weltkrieges.

Am 8. Mai 2012 jährte sich zum 67 mal in Folge das Ende des 2. Weltkrieges und damit des deutschen Faschismus. Im Jahr 1945 kapitulierte die verbrecherische Wehrmacht bedingungslos. Somit war der 2. Weltkrieg mit 80 Millionen Toten und damit die Herrschaft des NS-Regimes offiziell beendet.

Auch konnte durch die Befreiung der Konzentrationslager durch die Alliierten, der Holocaust an über 6,3 Millionen Menschen, welche aus perfiden Gründen ermordet wurden, ein Ende bereitet werden. Aber nicht nur den militärischen Streitkräften aus den Westen und der Sowjetunion ist es zu verdanken, dass der organisierte Faschismus im damaligen Deutschen Reich beendet werden konnte. So gab es eine Reihe von Widerstandskämpferinnen und Kämpfern in dieser Zeit, die völlig selbstlos unter Einsatz ihres Lebens mit militanten Aktionen die Rüstungsproduktion sabotierten, Angriffe auf Repräsentanten des Regimes durchführten, verfolgten Menschen bei der Flucht bzw. beim verstecken halfen oder mit Flugblättern oder mit anderen Aktionen versuchten, das wahre Gesicht des Regimes zu enthüllen.

8. Mai zum Feiertag erklären!

Bedenklich ist es das in Deutschland, als Rechtsnachfolger des 3. Reiches, der 8. Mai nur in Mecklenburg-Vorpommern ein gesetzlicher Feiertag ist. Liegt der Grund dafür etwa bei der Niederlage? In anderen Länder, teils mit damals eigenen faschistischen Regierungen, wird das Kriegsende jährlich als Feiertag begangen. So beispielsweise in Frankreich, Tschechien und der Slowakei. In den ehemaligen antifaschistischen Sowjetrepubliken wird am 9. Mai der Tag des Sieges als Feiertag begangen, da die Kapitulation gegenüber der siegreichen Roten Armee erst nach Mitternacht mitteleuropäischer Zeit erfolgte und zudem der Waffenstillstand nach Moskauer Ortszeit erst am 9. Mai in Kraft trat. Wir fordern auch in Deutschland einen gesetzlichen Feiertag.

Antifaschisten und Antifaschistinnen in der BRD

Selbst nach dem Ende des 3. Reiches hörte die Bundesrepublik Deutschland nicht auf antifaschistisches Engagement zu kriminalisieren. Antifaschistinnen und Antifaschisten waren strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt. Nach dem Krieg wurden beispielsweise die Edelweißpiraten lange nicht als WiderstandskämpferInnen anerkannt und von der deutschen Justiz bis in die siebziger Jahre hinein als Kriminelle betrachtet. So wurde von den deutschen Behörden Entschädigungszahlungen verweigert obwohl auch antifaschistische Jugendliche in Konzentrationslager verschleppt und ermordet wurden. Sie blieben von der BRD vergessen.

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Deshalb wollen wir am 8. Mai die Niederlage des faschistischen Deutschlands feiern. Unsere Solidarität und unseren Dank möchten wir all denjenigen aussprechen, welche unter leidvollen Anstrengungen und unter dem Einsatz Ihres Lebens die Welt von der Geisel des faschistischen Deutschlands befreiten. Den WiderstandskämpferInnen, den PartisanInnen, den Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern. Wir danken den alliierten Truppen und allen anderen die den Faschismus bekämpft haben!

Multimediale Lesung und Diskussion mit Leonard F. Seidl – Autor des Romans Mutterkorn

Posted in TERMINE with tags , on März 19, 2012 by solidweissenburg

Freundeskreis Jugendzentrum e.V. ++ Eichstätterstr. 1 ++ 91781 Weißenburg

Donnerstag, 19. April 2012 um 19.00 Uhr

Leonhard F. Seidl liest aus seinem brandaktuellen Roman Mutterkorn

Plötzlich war der Roman Mutterkorn von Leonhard F. Seidl schockierend aktuell. Durch die Morde des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) und die Verstrickungen mit dem Verfassungsschutz wurde das Debüt des Nürnberger Autors von den aktuellen Ereignissen eingeholt. Darin beschreibt Seidl wie ein Neonazi ein Attentat auf die Grundsteinlegung eines jüdischen Zentrums plant. Und bleibt damit dicht an der Realität: 2003 wollte die neonazistische Kameradschaft Süd in München eine Bombe zünden. Außerdem arbeitet der rechte Attentäter in Mutterkorn als V-Mann für den Verfassungsschutz, heimst zehntausende von Euro ein und gibt nur Preis, was seinen Kameraden nicht schadet oder sogar nützt; finanziert vom Steuerzahler. Mutterkorn ist auch ein Stück deutscher Neonazi-Geschichte: Die Brandanschläge von Mölln und Solingen wie auch die ausländerfeindlichen Pogrome von Rostock-Lichtenhagen haben darin Eingang gefunden. Die Angriffe auf das Sonnenblumenhaus in Rostock ereigneten sich vor genau 20 Jahren. Mutterkorn ist die Geschichte einer Befreiung. Aber auch eine Geschichte über Gewalt und Abhängigkeit.

(www.textartelier.de)

„Schnell, spannend, glaubhaft … ein Stück Zeitgeschichte, gleichzeitig ein psychologischer Entwicklungsroman und ein Antidrogenbuch ohne moralischen Zeigefinger.“
(Süddeutsche Zeitung, 22.9.2011)

„Leonhard F. Seidl (zeigt) etwas von dem Chaos, das unter der glatten, auf Hochglanz polierten Oberfläche unseres Alltags brodelt … Er vermittelt eine Ahnung von der Existenz einer Parallelwelt, in der Angst, Hilf- und Perspektivlosigkeit, aber auch heillose Wut die Menschen beherrschen. Das ist das Milieu, in dem dumpfer Rassismus und faschistoide Gewalt gedeihen. Seidl glaubt an Alternativen. Er wirbt mit seinem Buch um Verständnis für alle, die … aus jenem Dunkel heraus wollen.“
(Nürnberger Nachrichten 11.8.2011)

„Schockierend aktuell. Seidl’s Mutterkorn wäre auch ohne die Morde der NSU-Terroristen ein lesenswerter Roman mit fränkischem Lokalkolorit, Bezug zu Zeitgeschichte, Tempo und Spannung. Jetzt ist er ein Lehrstück über gesellschaftliche Abgründe.“ (Abendzeitung, 24.11.2011)

Eintritt frei

 Hinweis:
Laut Art. 10 (1) des Bayerischen Versammlungsgesetzes sind Personen aus dem neonazistischen und/oder extrem rechten Spektrum von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Veranstalter: Freundeskreis Jugendzentrum e.V.

Nazis hatten in Weißenburg keine Chance

Posted in ANTIFA, NACHBERICHTE with tags , , on März 14, 2012 by solidweissenburg

Für vergangenen Samstag, 10.03.12 meldete die Jugendorganisation der neofaschistischen NPD eine Kundgebung am Weißenburger Marktplatz an. Die Anmeldung der Nazis erfolgte wohl schon am Mittwoch zuvor. Erst am Freitag wurde auch das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen über die Anmeldung der Jungen Nationaldemokraten (JN) informiert und meldete als Reaktion darauf sofort eine Gegenkundgebung, auf der Südseite des Marktplatzes, unter dem Motto „Nazis raus aus unserer Stadt!“ an. Alle verfügbaren Netzwerke wurden schnellstmöglich aktiviert. Die Mobilisierung von Gegenkräften war vollends erfolgreich, versammelten sich gegen 10.30 Uhr am Samstag morgen bereits über 300 Menschen, um sich der braunen Propaganda in den Weg zu stellen. Die Nazis ließen jedoch lange auf sich warten, wurde doch die neonazistische Kundgebung für den Zeitraum von 11.00 – 19.00 Uhr angemeldet.

Gegen 14.30 Uhr betrat dann eine Gruppe von knapp 30 Nazis die Nordseite des Weißenburger Marktplatzes, woraufhin sie von drei Seiten mit einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert von vielen hundert NazigegnerInnen in Empfang genommen wurden. Die Faschisten hatten gehofft, aufgrund ihrer kurzfristigen Anmeldung und dem späten Beginn, auf wenige GegendemonstrantInnen zu treffen. Gegen das gut organisierte Landkreisbündnis, mit seinen zahlreichen BündnispartnerInnen und überregionalen Kontakten, hatten sie jedoch keinerlei Chance.

Sven Diem (links) mit Marcel Maderer

Sven Diem (links) mit Marcel Maderer

Unter den auf dem Marktplatz aufgelaufenen Nazis befanden sich unter anderem Sven Diem, „Stützpunktleiter“ JN Franken/ Oberpfalz und Aktivist der Division Franken aus Roth, Jens Rüttiger, ebenfalls Division Franken aus Hohenroth und Ralf Ollert, Stadtrat der rassistischen Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) und Landesvorsitzender der NPD aus Nürnberg. Angemeldet hatte das Fascho-Treffen Marcel Maderer aus Forchheim. Außerdem beteiligten sich wie erwartet Aktivisten einer Weißenburger neonazistischen Kameradschaft an der Kundgebung. Die Weißenburger Nazis trugen schwarze Fahnen mit sich, auf denen in altdeutscher Schrift Weißenburg zu lesen war, außerdem wurden mehrere Reichsflaggen und zwei Transparente gezeigt.

Roman S. (vorne) aus Pleinfeld

Die Neonazis mussten ihre Kundgebung mehrmals wegen des immensen Lärmpensum unterbrechen, diesem waren sie während ihrer gesamten Kundgebung ausgesetzt. Der Versuch die Lautstärke des mitgebrachten Lautsprechers zu erhöhen scheiterte kläglich. Die Faschisten standen schließlich vor dem „Problem“, ihre eigenen Redebeiträge nicht zu verstehen. Sie beschwerten sich bei der Polizei über die lauten Proteste und kündigten zudem an, gegen den Anmelder der Gegenkundgebung Anzeige erstatten zu wollen.

Nazis versuchen GegendemonstrantInnen anzugreifen

Nazis versuchen GegendemonstrantInnen anzugreifen

Als der Pleinfelder FN-WUG-Aktivist und Anti-Anitfa Fotograf Roman S. ans Mikro trat und die Losung „Kameraden an die Front!“ ausgab, stürmten alle Nazis, wie wohl bereits im Vorfeld verabredet, zu den GegendemonstrantInnen. Insgesamt versuchten die Faschisten drei mal organisiert die protestierenden AntifaschistInnen anzugreifen. Die Polizei musste sie jedes mal wieder zurückdrängen. Spätestens jetzt hätte die Versammlung der Nazis aufgelöst gehört! Journalisten und Fotografen wurden zudem immer wieder bei ihrer Arbeit massiv behindert und bedrängt. Ein Sprecher des Landkreisbündnis wurde von einem Aktivisten der neonazistischen FN-WUG mit dem Tode bedroht.

Vorne in rot Martin B. (Weißenburg) daneben mit Fahne Josi W. (Treuchtlingen)

Vor allem auswärtige PolizistInnen, insbesondere das Unterstützungskommando (USK), ging repressiv und mehrmals brutal gegen einzelne AntifaschistInnen vor. Die vier, laut Pressestelle der Polizei Mittelfranken, kurzzeitig in Haft genommenen NazigegnerInnen waren alle bis zum Abend wieder frei. Sie wurden teils Erkennungsdienstlich behandelt. Von den gewalttätigen NeofaschistInnen, die wiederholt DemonstrantInnen angriffen und oftmals komplett vermummt auftraten, wurde niemand festgenommen. Hingegen wurden GenossInnen, trotz den Anti-Antifa Aktivitäten von Roman S. und Martin B. (Weißenburg), mehrmals dazu gedrängt sich zu entmummen. Beide Neofaschisten fotografierten mehrmals provokativ aus wenigen Metern Entfernung.

Die Nazi-Kundgebung - ganz links steht Ralf Ollert

Gegen 18.00 Uhr beendeten die Nazis ihre desaströse Versammlung und zogen, nachdem sie sich wie Zirkusclowns verbeugt hatten, wieder ab. Gegen 20.30 Uhr trafen sich die Nazis in Treuchtlingen erneut, um dort eine Spontandemonstration mit Fackeln durchzuführen. Diese wurde mit dem lautstarken Protest in Weißenburg begründet. Ob der „Spontane-Charakter“ der Demonstration wirklich erfüllt war, darf getrost bezweifelt werden – die JN hat bereits am Freitag auf ihrer Facebook-Seite verkündet mit Fackeln anzureisen. Wir gehen also davon aus, dass von Beginn an eine Spontandemo mit eingeplant war. Die Neonazis zogen mit Reichsflaggen und neonazistische Parolen brüllend an einer Schule vorbei, dabei wurde wie in Weißenburg das Transparent „Wir sind keine Terroristen“ gezeigt.

Der Protest in Weißenburg kann als ein voller Erfolg betrachtet werden, aufgrund der lautstarken Gegenproteste vieler hunderter AntifaschistInnen, hatten Nazis nicht den Hauch einer Chance.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Kundgebung bei den Nazis zum internen Streit geführt hat. So tauchte folgender Kommentar auf einer Nazi-Seite auf:

„(…)alles hat irgendwann eine Grenze. Wenn Kameraden so verheizt werden wie in Weißenburg. Wenn Sven nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht, dann hat der NPD-Landesvorsitzende seine Erfahrung in die Wagschale zu werfen und muss eingreifen. Alles andere ist schäbiges, kameradenfeindliches Agieren. Dass der Lärmpegel nach der kurzen Pause gesunken sei, kannst du nur vom Hörensagen durch einen Falschinformanten wissen. Wo warst du denn dann überhaupt. Kaum haben wir wieder angefangen war der Lärm so laut, dass man fast sein eigenes Wort nicht verstanden hat (…) Und das Hampelmännchen Sven wird bald nicht mehr MEIN Stützpunktleiter sein, weil ich auf ihn und den dämlichen Ollert keinen Bock mehr hab. Und, das kann ich dir auch versichern, da bin ich nicht der einzigste (…) Wie sollen wir denn jemals Erfolge feiern und besser werden, wenn wir jedesmal unsere Niederlagen als Erfolg glorifizieren? (…)“

Der vergangene Samstag wurde für die Faschisten zum Desaster, unser engagierter antifaschistischer Widerstand war erfolgreich!

Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda! Weder in Weißenburg noch anderswo!