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Ein Desaster für die NPD

Posted in AKTUELLES, ANTIFA, NACHBERICHTE with tags , , , on Juli 18, 2013 by solidweissenburg
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Der Straßenname war an diesem Tag Programm für die NPD

Die geplante Kundgebung der rassistischen NPD wurde in Weißenburg zum Desaster. Mehr als 400 GegendemonstrantInnen und zwei Blockaden, als ein Akt des zivilen Widerstands, machten es der NPD unmöglich ihre Kundgebung wie geplant auf dem Marktplatz abzuhalten.

Bereits am Mittag versuchten die Neonazis im Rahmen ihrer „Bayerntour“ eine erste Kundgebung in Rothenburg abzuhalten. Dort wurde sie von 300 AntifaschistInnen lautstark empfangen und durch eine Blockade gezwungen einen alternativen Kundgebungsort anzusteuern. Angeschlagen von den Protesten in Rothenburg machte sich der Tross, bestehend aus dem NPD-LKW mit Nazi-Propaganda-Schriftzügen und einem Sprinter als Begleitfahrzeug, auf den Weg nach Weißenburg. Von der Abfahrt aus Rothenburg wurden auch die Weißenburger NazigegnerInnen informiert und konnten so die Zeit nutzen, um weitere GegendemonstrantInnen zu mobilisieren.

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Die Zufahrt zum Marktplatz wurde von AntifaschistInnen blockiert

„Die Stadtmauer hat wieder einmal ihren Dienst getan“

Kurz vor 14.00 Uhr traf die NPD schließlich in Weißenburg ein und versuchte über das Spitaltor, ein Teil der historischen Stadmauer, auf den Marktplatz zu gelangen. AntifaschistInnen kamen daraufhin aus benachbarten Seitengassen und machten die Straße hinter dem Spitaltor durch eine Blockade dicht. Augenzeugenberichen zufolge verließen daraufhin einige Parteinazis der NPD ihre Fahrzeuge und schlugen mit Regenschirmen auf Blockierende ein, bis Polizeikräfte schließlich den Angriff der Neonazis beendeten. Weitere Menschen, die sich bei der nahegelegenen Gegenkundgebung versammelt hatten, schlossen sich der Blockade an. Viele beteiligten sich auch an der Sitzblockade. Der NPD-LKW hatte neben der Blockade ein weiteres Problem, er passte nicht durch das Spitaltor der Spitalkirche – „Die Stadtmauer hat wieder einmal ihren Dienst getan“ – auch ein Zurücksetzen war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. GegendemonstrantInnen hatten hinter dem LKW einen weiteren Blockadepunkt eröffnet. Von zwei Seiten und sogar von oben – die Glocken der Spitalkirche läuteten – wurden die FaschistInnen nun mit ohrenbetäubenden Protest eingedeckt. Um 14:40 Uhr begriffen schließlich auch die NPD-Funktionäre und ihr Anhang, dass es für sie kein Weiterkommen mehr gab und auch der Rückweg auf unbestimmte Zeit versperrt bleiben würde.

Es ist ein irres Gefühl hier zu stehen und Eure Energie zu spüren“

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Karl Richter und Sigrid Schüßler

So beschlossen die Nazis ihre Kundgebung gleich vor Ort und damit nicht einmal hundert Meter neben den lautstarken Protesten durchzuführen. An das aufgebaute Rednerpult trat schließlich Karl Richter, Leiter des Parlamentarischen Beratungsdienstes der NPD-Landtagsfraktion im Sächsischen Landtag. Er ist außerdem für die Bürgerinitiative Ausländerstopp München (BIA) tätig und sitzt für diese NPD-Tarnliste auch im Stadtrat von München. Sein Redebeitrag ging aufgrund der Parolen und Pfiffe restlos unter. Als nächste wollte sich dieNPD-„Spitzenkandidatin“ Sigrid Schüßler ausbuhen und auspfeifen lassen. Sie ist Bundesvorsitzende der neonazistischen Organisation „Ring Nationaler Frauen“ und familienpolitische Sprecherin der Bayern-NPD. Redakteure des Weißenburger Tagblatts konnten zwei Äußerungen der Nazi-Funktionärin mitschreiben, die wir wiedergeben möchten: „Es ist ein irres Gefühl hier zu stehen und Eure Energie zu spüren“ – uns würde vielmehr nicht wundern, wenn sie auch die nächsten Tage noch ihr Trommelfell spüren sollte. Die in ihre Richtung ausgestreckten Mittelfinger kommentierte sie mit folgenden Worten: „Wisst ihr überhaupt, was das heißt? Das heißt Fick’ Dich! Ich ficke aber lieber mit Nazis!“ (Quelle: Artikel des WT)

„Lasst sie ruhig kommen! Wir sind vorbereitet!“

Nach den beiden blamablen Vorstellungen beendete die NPD ihre pseudo Kundgebung und rangierte den NPD-LKW rückwärts aus seiner verfahrenen Lage. Dabei wurde er noch zusätzlich durch die Blockade hinter ihm behindert, die in der Zeit von der Polizei gekesselt wurde. Mitarbeiter des Stadtbauamtes wurden herangezogen um im Weg stehende Bänke vorübergehend abzumontieren. Nach Abfahrt der Nazis in Richtung Lauf an der Pegnitz, dort sollte die letzte NPD-Kundgebung des Tages stattfinden, wurden die dortigen NazigegnerInnen informiert, um damit auch ihnen die Möglichkeit zu geben, letzte Vorbereitung zu treffen. Kommentar beim Telefonat mit einem der Protest-Organisatoren aus Lauf: „Lasst sie ruhig kommen! Wir sind vorbereitet!“. Und er behielt recht – dort übertönten 500 Menschen die NPD u.a. mit einer Sambagruppe.

Schöner leben ohne Nazis – Weißenburg wehrte sich!

Weißenburg hat ein weiteres Mal eindrucksvoll bewiesen, dass es klare Kante zeigt, wenn es darum geht, Nazis in die Schranken zu weisen und sich gegen deren faschistische Propaganda zur Wehr zu setzen. Ziviler Ungehorsam, gegen eine Nazipartei wie die NPD, ist nicht nur in einer Stadt wie Dresden möglich – wo die Menschen regelmäßig von Nazis heimgesucht werden. Auch in der vermeintlichen kleinstädtischen Idylle von Weißenburg heißt es WiderSetzen wenn Nazis sich versammeln wollen.

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Schöner leben ohne Nazis – Weißenburg wehrt sich!

Posted in AKTUELLES, ANTIFA, PRESSE, TERMINE with tags , , on Juli 12, 2013 by solidweissenburg

528029_430990926969211_2073589455_nAm kommenden Dienstag will die rassistische NPD in Weißenburg eine Kundgebung im Rahmen ihrer „Bayerntour“ durchführen. Diese soll in der Zeit von 13.00 bis 16.00 Uhr auf dem Weißenburger Marktplatz stattfinden. Das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen hat auf dem Wendehammer, am Ende der Luitpoldstraße, eine Gegenkundgebung unter dem Motto „Schöner leben ohne Nazis – Weißenburg wehrt sich!“ angemeldet.

Weitere Kundgebungen von Mitgliedsorganisationen des Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen sollen in unmittelbarer Nähe zusätzlich angemeldet werden.

Wir rufen die Bevölkerung zum lautstarken und kreativen Protest auf. Wie im letzten Jahr wollen wir zeigen, dass weder in Weißenburg noch anderswo Platz ist für die menschenfeindliche Propaganda der Nazis.

Sektempfang zum Tag der Befreiung vom Faschismus

Posted in ANTIFA, NACHBERICHTE with tags , on Mai 13, 2013 by solidweissenburg
smai8. Mai 1945: Befreiung – was sonst!

Vor 68 Jahren erlebte die Menschheit am 8. Mai 1945 die endgültige militärische Zerschlagung des deutschen Faschismus. Dieses Datum markiert den Sieg über das menschenverachtende Regimes des Hitler-Faschismus. Die faschistischen Weltherrschaftspläne wurden durch das gemeinsame Handeln der Antihitlerkoalition gestoppt.

Es waren die Angehörigen der Streitkräfte der Alliierten, vor allem die Angehörigen der sowjetischen Armee, die die Hauptlast des Krieges trugen und diese Bedrohung auch militärisch zerschlugen.

Es waren die Partisan*innen und Widerstandskämpfer*innen, aller vom deutschen Faschismus okkupierten Länder, die ihr Leben einsetzten für die Freiheit.

Teil dieser Antihitlerkoalition waren auch deutsche Antifaschist*innen, die illegal in Deutschland, in den Reihen der Partisan*innen oder gemeinsam mit den alliierten Streitkräften für die Befreiung ihres eigenen Landes kämpften.

Der 8. Mai 1945 ist damit der Tag der Befreiung für alle vom deutschen Faschismus bedrohten. Für die Inhaftierten der faschistischen Konzentrationslager, die noch in der Agonie des NS-Regimes auf Todesmarsch geschickt worden waren. Für die Zwangsarbeiter*innen, die in verschiedenen Formen Sklavenarbeit für die deutsche Industrie, die Landwirtschaft und Kriegspolitik leisten mussten und für die Nazigegner*innen in Deutschland selbst.

NIE WIEDER KRIEG! NIE WIEDER FASCHISMUS!

Wir erinnern anlässlich dieses Jahrestages auch daran: Der 8. Mai 1945 markiert den Beginn einer neuen Politik in den internationalen Beziehungen. Die Gemeinsamkeit des Handelns aller Nazigegner*innen schuf die Grundlage für die Gründung der Vereinten Nationen und die Fixierung von Grundlagen des Völkerrechts, die die Basis für die Verfolgung und Verurteilung der Hauptkriegsverbrecher im Nürnberger Tribunal darstellten. Die gemeinsame Losung aller Antifaschist*innen hieß damals „Nie wieder!“

Gemeinsam mit den Angehörigen heutiger Generationen handeln wir gegen  Rassismus, Antiziganismus und Antisemitismus. Gegen Krieg und Neofaschismus sowie deren gesellschaftliche Wurzeln.

Ausgehend von der Gemeinsamkeit im Handeln gegen die faschistische Barbarei treten wir heute ein für Frieden, für politische und soziale Menschenrechte und für Demokratie. So schaffen wir eine neue Welt des Friedens und der Freiheit!

Eine Aktion zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung

Posted in ANTIFA, TERMINE with tags , on Mai 7, 2013 by solidweissenburg

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In einer gemeinsamen Aktion werden am Freitag, den 10. Mai 2013, die Buchhandlungen Meyer und Stoll, das Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen, die Luna Bühne und die Stadtbibliothek Weißenburg der Bücherverbrennung vor 80 Jahren erinnern. Dazu wird es ab 19 Uhr auf dem Weißenburger Marktplatz einen Vortrag von Dr. Andreas Palme (1. Vorsitzender des Volksbildungswerks Weißenburg) geben. Nach seinen Ausführungen kommt es zur eigentlichen Bücheraktion auf dem Marktplatz.

Auf dem gesamten Marktplatz wird es 20 Stationen geben mit jeweils einem Autorenpaten. An den Stationen stellen die Paten ihren Autor fünf Minuten lang vor und lesen danach 10 Minuten aus einem verbrannten Buch. Danach beginnt das ganze “Spiel” von vorne und die Besucher/innen können weiterziehen. Bei schlechtem Wetter hat uns die Stadt Weißenburg dankenswerterweise das Gotische Rathaus zur Verfügung gestellt.

Vorgestellt werden:
Erich Kästner, Oskar Maria Graf, Lion Feuchtwanger, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht, Mascha Kaleko, Heinrich Heine, Erich Maria Remarque, Ernst Ottwald, Irmgard Keun, Erich Mühsam, Alfred Kerr, Elke Lasker-Schüler, Bertha von Suttner, Hilde Domin, Jakob Wassermann, Jack London, Ernest Hemingway, Sinclair Lewis, B.Traven, Ernst Toller, Fritz Landshoff und der Querido Verlag

Die Lesestationen werden am Samstag und Sonntag wieder auf dem Marktplatz aufgestellt werden. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen an diesen Tagen einen Leseplatz einzunehmen und aus einem der vielen verbrannten Werke zu lesen.

Quelle: Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen

8. Mai – Ein Grund zum Feiern!

Posted in AKTUELLES, ANTIFA, TERMINE with tags , , on Mai 3, 2013 by solidweissenburg
P1000163Nach über 12 Jahren faschistischer Herrschaft, kapitulierte am 8. Mai 1945 die deutsche Wehrmacht vor den Alliierten. Damit endete das bisher dunkelste Kapitel der europäischen Geschichte. In dieser Zeit wurden Millionen von Menschen, unter ihnen Jüd*innen, Sinti und Roma, Homosexuelle, Widerstandskämpfer*innen und viele weitere ermordet. Sie wurden nach der deutsch-faschistischen Ideologie als unwertes Leben angesehen oder stellten eine Gefahr für das Nazi-Regime dar.

Für uns ist der 8. Mai – der Tag der Befreieung- wie jedes Jahr ein Grund zum Feiern!

Wir freuen uns mit Euch, und einem Glas Sekt*, auf diesen historischen Tag anzustoßen. Ort ist der Weißenburger Marktplatz, vor dem Gotischen Rathaus, am 8. Mai um 16.30 Uhr.

Um 19.00 Uhr findet dann auf dem Weißenburger „Russenfriedhof“ die traditionelle Kranzniederlegung von [’solid] – die sozialistische Jugend Weißenburg und dem Kreisverband DIE LINKE Weißenburg-Gunzenhausen/Ansbach statt. Begleitet wird die Gedenkveranstaltung durch einen Kurzvortrag. Referent ist Heinz Gruber, Stadtrat der LINKEN Weißenburg.

*Aufgrund des Weißenburger Alkoholverbots, welches für öffentliche Plätze gilt, darf nur mit alkoholfreiem Sekt angestoßen werden. Wir setzen uns schon seit längerem für eine Aufhebung dieses überflüssigen Verbots ein.

Aufmucken gegen Rechts – Jetzt erst recht!

Posted in ANTIFA, TERMINE with tags , , on April 18, 2013 by solidweissenburg

aufmuckengegenrechtsBereits zum 7. Mal findet dieses Jahr unser “Aufmucken gegen Rechts” statt. Wie auch in den letzten Jahren hat das Thema leider nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Unsere Region, dabei insbesondere Weißenburg, wird weiterhin von Neonazis terrorisiert.

Deren Aktivitäten reichen von der Teilnahme an rechten Demonstrationen und Kundgebungen, über die Verteilung neonazistischer Flugblätter, dem Verkleben rechter Aufkleber, bis hin zur Verunglimpfung und Verhöhnung aktiver Antifaschist_innen im Internet und im realen Leben. Auch vor Bedrohung und Gewalt schrecken die Neonazis nicht zurück.

Hier noch einige konkrete Vorfälle seit unserem letzten Aufmucken gegen Rechts:

– März 2012: Neonazis versuchen eine Kundgebung auf dem Marktplatz abzuhalten.

– April 2012: Im Landkreis werden Plakate aufgestellt, deren Inhalt die NSU-Morde verherrlicht und deren Opfer verhöhnt.

– Mai 2012: Das Haus einer Weißenburger Sinti-Familie wird zum 2. Mal mit Farbe beschmiert.

– Juli 2012: Neonazis belagern zum wiederholten Male das JuZ, wobei sie Ehrenamtliche und Besucher_innen anpöbeln. Die Polizei muss mehrere Platzverweise ausstellen.

– August 2012: Das Haus eines der Sprecher des Landkreisbündnis gegen Rechts wird mit einer drei Meter langen Holzlatte attackiert.

– November 2012: Neonazis belagern einen Schnellimbiss in der Weißenburger Altstadt, in dem sich derselbe Sprecher des Landkreisbündnis gegen Rechts und der Inhaber der türkischen Schnellimbiss aufhalten, und bedrohen sie. Die Nazis werden von der Polizei unter Einsatz körperlicher Gewalt entfernt.

– Dezember 2012: Mehrere Jugendliche werden von einem Auto, das auf dem Gehsteig fährt, gejagt. Am Steuer sitzt ein bekannter Aktivist der rechten Szene.

Das JuZ und Solid Weißenburg ist aktiver Teil des Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen. Mehr Infos zu den rechten Aktivitäten findet ihr auf dessen Website.

Der Freundeskreis Jugendzentrum e.V. stemmt sich mit Veranstaltungen, Aktionen und Bildungsarbeit gegen die neonazistischen und rassistischen Umtriebe in unserer Stadt. Mit seiner gelebten alternativen Jugendkultur machen sie es Nazis schwer, ihren rechten Lifestyle in die Öffentlichkeit zu tragen und rechte Strukturen vor Ort zu schaffen.

Veranstalter: Freundeskreis Jugendzentrum e.V.

Initiiert durch [’solid] – die sozialistische Jugend Weißenburg

Zerstörung aller Freiheit

Posted in ANTIFA with tags , on März 21, 2013 by solidweissenburg
Bodendenkmal vor der Ludwig-Maximilians-Universität München

Bodendenkmal vor der Ludwig-Maximilians-Universität München

Am 18. Februar 1943 legten Sophie und Hans Scholl das sechste Flugblatt der Widerstandsgruppe »Weiße Rose« in der Münchner Universität aus.

Die ersten vier »Flugblätter der Weißen Rose« schrieben und verbreiteten Hans Scholl und Alexander Schmorell zwischen dem 27. Juni und dem 12. Juli 1942. Je 100 Stück schickten sie an Schriftsteller, Professoren, Buchhändler aus München und Umgebung, an Freunde und Studienkollegen. Zwischen dem 27. und 29. Januar 1943 erschien das fünfte Flugblatt, von dem 6000 bis 9000 Abzüge hergestellt wurden. Nach der offiziellen Meldung von der deutschen Niederlage in Stalingrad verfaßte Kurt Huber das sechste Flugblatt. Beim Auslegen in der Münchner Universität wurden Sophie und Hans Scholl am 18. Februar 1943 verhaftet. Am Abend desselben Tages rief Nazi-Propagandaminister Josef Goebbels in Berlin zum »totalen Krieg« auf. Die Geschwister Scholl und Christoph Probst wurden am 22. Februar 1943 hingerichtet. Das Flugblatt gelangte nach England, im Herbst 1943 warfen britische Flugzeuge 1,5 Millionen Exemplare des Textes über Deutschland ab.  Ein Auszug aus diesem Text:

Kommilitoninnen! Kommilitonen! Erschüttert steht unser Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad. 330000 deutsche Männer hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt. Führer, wir danken dir! Es gärt im deutschen Volk: Wollen wir weiter einem Dilettanten das Schicksal unserer Armeen anvertrauen? Wollen wir den niedrigsten Machtinstinkten einer Parteiclique den Rest unserer deutschen Jugend opfern? Nimmermehr!

Der Tag der Abrechnung ist gekommen, der Abrechnung der deutschen Jugend mit der verabscheuungswürdigsten Tyrannis, die unser Volk je erduldet hat. Im Namen der ganzen deutschen Jugend fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit, das kostbarste Gut der Deutschen zurück, um das er uns in der erbärmlichsten Weise betrogen hat.

In einem Staat rücksichtsloser Knebelung jeder freien Meinungsäußerung sind wir aufgewachsen. HJ, SA und SS haben uns in den fruchtbarsten Bildungsjahren unseres Lebens zu uniformieren, zu revolutionieren, zu narkotisieren versucht. »Weltanschauliche Schulung« hieß die verächtliche Methode, das aufkeimende Selbstdenken und Selbstwerten in einem Nebel leerer Phrasen zu ersticken. Eine Führerauslese, wie sie teuflischer und zugleich bornierter nicht gedacht werden kann, zieht ihre künftigen Parteibonzen auf Ordensburgen zu gottlosen, schamlosen und gewissenlosen Ausbeutern und Mordbuben heran, zur blinden, stupiden Führergefolgschaft. (…)

Es gibt für uns nur eine Parole: Kampf gegen die Partei! Heraus aus den Partei­gliederungen, in denen man uns politisch weiter mundtot halten will! Heraus aus den Hörsälen der SS-Unter- und -Oberführer und Parteikriecher! Es geht uns um wahre Wissenschaft und echte Geistesfreiheit! Kein Drohmittel kann uns schrecken, auch nicht die Schließung unserer Hochschulen. Es gilt den Kampf jedes einzelnen von uns um unsere Zukunft, unsere Freiheit und Ehre in einem seiner sittlichen Verantwortung bewußten Staatswesen.

Freiheit und Ehre! Zehn lange Jahre haben Hitler und seine Genossen die beiden herrlichen deutschen Worte bis zum Ekel ausgequetscht, abgedroschen, verdreht, wie es nur Dilettanten vermögen, die die höchsten Werte einer Nation vor die Säue werfen. Was ihnen Freiheit und Ehre gilt, das haben sie in zehn Jahren der Zerstörung aller materiellen und geistigen Freiheit, aller sittlichen Substanz im deutschen Volk genugsam gezeigt. Auch dem dümmsten Deutschen hat das furchtbare Blutbad die Augen geöffnet, das sie im Namen von Freiheit und Ehre der deutschen Nation in ganz Europa angerichtet haben und täglich neu anrichten. Der deutsche Name bleibt für immer geschändet, wenn nicht die deutsche Jugend endlich aufsteht, rächt und sühnt zugleich, ihre Peiniger zerschmettert und ein neues geistiges Europa aufrichtet.

Studentinnen! Studenten! Auf uns sieht das deutsche Volk! Von uns erwartet es, wie 1813 die Brechung des Napoleonischen, so 1943 die Brechung des nationalsozialistischen Terrors aus der Macht des Geistes. Beresina und Stalingrad flammen im Osten auf, die Toten von Stalingrad beschwören uns!

»Frisch auf mein Volk, die Flammenzeichen rauchen!« Unser Volk steht im Aufbruch gegen die Verknechtung Europas durch den Nationalsozialismus, im neuen gläubigen Durchbruch von Freiheit und Ehre!

Flugblätter der »Weißen Rose«, Flugblatt 6. Hier zitiert nach der Internetseite des Deutschen Historischen Museums: http://www.dhm.de