Kundgebung in Weißenburg zum Generalstreik in Europa

Kundgebung am Mittwoch, 14. November 2012, um 18 Uhr auf den Marktplatz von Weißenburg.

Es gibt ein offenes Mikrofon für Reden und Wortbeiträge.

 

„Das ist eine Frage der Dosis, die die Menschen vertragen können.“*

Die Meldungen der letzten Monate überschlagen sich. Ein Generalstreik folgt dem Nächsten in Griechenland und Massenproteste von Millionen Menschen in Spanien und Portugal sind fast täglich Thema in den Medien. Der Kapitalismus zeigt in immer mehr europäischen Ländern seine realen Auswirkungen und schürt die Wut von Millionen Menschen auf ein untragbares Wirtschaftssystem, welches die Menschheit zur Geisel eines Traums nach ewigen Gewinn und Profit gemacht hat und schon in zwei Weltkriegen die Menschen aufeinander hetzte.

Hohe Jugendarbeitslosigkeit, das Rücken der Rente in eine schier unerreichbare Ferne und steigende Lebensmittelpreise, bei gleichbleibenden oder sinkendem Einkommen, rauben jegliche Zukunftsperspektiven und Planungssicherheiten für das Individuum und zwischenmenschlichen Bünde. Diese Auswüchse einer kapitalistischen Logik, die nicht erst seit der so genannten „Finanzkrise“ sich als menschenverachtend entpuppt hat, lassen sich nicht auf einzelne gierige Bänker_innen oder Spekulanten_innen zurückführen sondern sind Teil eines großen Ganzen. Um uns in Zukunft von solchen Krisen zu schützen wird nun seit mehreren Jahren das Finanzsystem in großen Reden „reformiert“. Hierbei wird oft vergessen, dass eine solche Krise im Kapitalismus nichts Neues ist. Die vermeintlichen Reformen führen nicht zu einer solidarischen Gesellschaft, sondern sogar am Krankenbett des Kapitalismus zur Beibehaltung von weiteren Profiten.

Es entsteht der Eindruck, als ob sich Finanzminister_innen & Co nicht mit den sich immer wiederholenden Abläufen des Kapitalismus vertraut gemacht hätten. Das nach einem wirtschaftlichen Hoch, während dem der Markt boomt, auch ein Tief kommt, da die Bedürfnisse der Konsumenten_innen gesättigt sind und der massenhaft produzierte Überschuss an Waren nicht abgesetzt werden kann, lernt jede_r x-beliebige Schüler_in im Wirtschaftsunterricht. Die logische Konsequenz daraus ist, dass man im Kapitalismus immer weiß: Die nächste Krise kommt bestimmt!

Nach einer etwas genaueren Betrachtung fällt auf, dass im Kapitalismus ein Leben ohne Krise, also ein Leben ohne Existenzängste für die Masse der Bevölkerung, nicht möglich ist. In Spanien, Portugal und Griechenland kann man zusätzlich sehr gut beobachten wie korrupte Regierungen, und die Herrschaft des Kapitals, gegen Menschen und Bewegungen vorgehen von denen sie vermuten, dass sie genau diese Logik durchschaut haben. Bürger- und Freiheitsrechte werden durch brutal prügelnde Polizist_innenhorden eingeschränkt und sogar komplett außer Kraft gesetzt um jeglichen Protest zu verhindern.

Hier wird offensichtlich was so genannten „Volksvertretern“ wirklich Angst macht. Es ist weder die Krise noch sind es die Menschen, die Tag für Tag in Müllcontainern nach Essen suchen, sondern der massenhafte Protest gegen ein vermodertes Wirtschaftssystem.

Wir dagegen erklären uns solidarisch mit den Demonstranten_innen, die gegen den Kapitalismus protestieren und für eine gerechte Gesellschaft einstehen. Lassen wir es gemeinsam nicht zu, dass wir entmündigt durch das Kapital, uns mit der aktuellen Situation abfinden. Organisieren wir zusammen auf den Straßen und Plätze der BRD den antikapitalistischen Widerstand.

Dieser Aufruf wird unterstützt von:

Bildungsverein „Brecht(h)aus Bibliothek“, DIE LINKE Kreisverband Ansbach/Weißenburg-Gunzenhausen, Erwerbslosenforum Weißenburg-Gunzenhausen, Netzwerk Linker Aktivist_innen (NLA), [’solid] – die sozialistische Jugend Weißenburg und 28 Einzelpersonen.

Weitere unterstützende Organisationen und Einzelpersonen können sich per E-Mail an erkandinar@web.de melden.

Mobivideo: www.youtube.com/watch

*SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück am 24.09.2004 als Finanzminister in der Berliner Zeitung zur Einführung der Hartz-Gesetze.

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