Nachbericht: Vortrag zum Nordirland-Konflikt

Der Freundeskreis Jugendzentrum veranstaltete einen Vortrags- und Filmabend zum Nordirland-Konflikt. Der Referent ging in seinen Ausführungen auf die bereits seit über 700 Jahre dauernde Konflikte zwischen Iren und Engländern ein.

Wandgemälde zu "Ehren" Oliver Cromwells
in einem unionistischen Viertel Belfasts

Er begann bei seinem kurzen Abriss über die Geschichte des irisch-englisch sowie katholisch-protestantischen Konflikts bei der gnadenlosen (Rück-)Eroberung Irlands unter Oliver Cronwell von August 1649 bis April 1653. Dieser wurde von den Engländern als „Schwert Gottes auf Erden“ bezeichnet. Im Jahr 2002 ist er sogar bei einer Umfrage von BBC als Zehnter unter die 100 Größten Briten gewählt worden. Bei den Iren dagegen ist er als Kriegsverbrecher und Völkermörder verhasst, weil er verantwortlich ist für Massenmorde, Vernichtungsfeldzüge sowie Vertreibungen in ganz Irland.

Es folgte ein großer zeitlicher Sprung ins Jahr 1916. Während des 2. Weltkrieges versuchten irische Republikaner einen militärischen Aufstand in Dublin um die Unabhängigkeit von Großbritannien zu erzwingen. Der Aufstand fand vom 24. bis 30. April 1916 statt und wurde blutig niedergeschlagen. Am Aufstand nahmen teil die Irish Republican Brotherhood, die Irish Volunteers und die Irish Citizens Army, welche später zur Irish Republican Army (IRA) verschmolzen. Zum Beginn des Aufstandes wurde die unabhängige irische Republik proklamiert. Obwohl der Aufstand ein Debakel war, wurde er zu einem politischen Erfolg, weil die Engländer die gefangenen Anführer exekutieren ließen und sich in folge dessen die irische Bevölkerung mit den UnabhängigkeitskämpferInnen solidarisierte.

Die verlesene Oster-Proklamation bestimmte in den nächsten Jahren und Jahrzehnten das politische Denken vielen irischer PolitikerInnen. Die Proklamation erklärte mehrere Ansprüche sowie politische Grundsätze weshalb man sich entschlossen hatte zu einem Aufstand aufzurufen.

  • Der Anspruch, dass die Führer des Aufstands, obwohl nicht gewählt, im Namen Irlands sprechen.
  • Der Anspruch, dass der Aufstand ein weiterer Versuch sei, die Unabhängigkeit mit Waffengewalt zu erreichen.
  • Die Erklärung, dass die radikale Irish Republican Brotherhood, die Irish Volunteers sowie die Irish Citizens Army für den Aufstand verantwortlich sind
  • Eine Bekanntmachung des „Rechts der irischen Menschen auf ihr eigenes Land“
  • Die Garantie auf religiöse und soziale Freiheit, Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und gleiche Chancen für alle Bewohner. Dies war die erste Erwähnung der geschlechtlichen Gleichberechtigung, war es doch irischen Frauen bisher nicht gestattet zu wählen.
  • Die Bekanntmachung, dass die neue Republik die Menschen aller Religionen der Nation in gleicher Art in Ehren halten wird.

Von Januar 1919 bis Juli 1921 wütete auf der irischen Insel der Anglo-Irische Krieg. Dieser Irischer Unabhängigkeitskrieg wurde von der Irischen Republikanischen Armee (IRA) als Guerillakrieg gegen die britische Regierung geführt. Er begann mit der Verabschiedung der irischen Unabhängigkeitserklärung durch das First Dáil, die erste Versammlung des Dáil Éireann (Haus der Versammlung). Das revolutionäre Parlament unter Führung der Partei Sinn Féin berief sich auf die Oster-Proklamation von 1916, forderte den Abzug der britischen Militär-Garnisonen und rief die freien Nationen der Welt dazu auf, die Unabhängigkeit Irlands anzuerkennen. Die einzige Regierung, die diesem Aufruf folgte, war die Regierung Sowjetrusslands unter Lenin.

Am 6. Dezember 1921 beendete der Anglo-Irische Vertrag zwischen der britischen Regierung und der republikanischen Führung in Irland den Anglo-Irischen Krieg. Gleichzeitig markierte es den Beginn des Irischen Bürgerkriegs. Mit der Ratifizierung wurden fünf Sechstel von Irland zu einem eigenständigen Herrschaftsgebiet innerhalb des britischen Empire. Die restlichen sechs Grafschaften verblieben unter dem Namen Nordirland beim Vereinigten Königreich. Die Hauptpunkte des Vertrags waren:

  • Die britischen Streitkräfte werden aus fast ganz Irland abgezogen.
  • Irland wird ein Herrschaftsgebiet mit eigenständiger Regierung innerhalb des Britischen Empire, wie Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika.
  • Wie bei den anderen Herrschaftsgebieten wäre das formale Staatsoberhaupt des irischen Freistaates der/die britische Herrscher/in, der durch einen Repräsentanten der Krone vertreten wird.
  • Mitglieder des neuen Parlaments müssen einen Treueeid auf den Freistaat ablegen. Ein zweiter Teil des Eides betrifft die Treue gegenüber dem damaligen „König Georg V., seinen Erben und Nachfolgern“.
  • Nordirland bekommt die Möglichkeit, innerhalb eines Monats aus dem Freistaat auszutreten.
  • Falls Nordirland austreten sollte, würde eine Grenzkommission geschaffen, die den Grenzverlauf zwischen dem Freistaat und Nordirland festlegen sollte.
  • Großbritannien behält – zum eigenen Schutz – die Kontrolle über einige Häfen in Irland
  • Der Freistaat ist für seinen Teil der Verbindlichkeiten gegenüber der Krone eigenverantwortlich.
  • Der Vertrag steht über der neuzuschaffenden Verfassung des Irischen Freistaates.

Der Vertrag wurde mit knapper Mehrheit im Dezember 1921 durch das Parlament angenommen. Man begann mit dem Aufbau einer neuen Polizei und einer neuen nationalen Armee. Die IRA trat erneut den bewaffneten Kampf an.

Die nicht erreichte komplette Unabhängigkeit Irlands von der britischen Krone spaltete damit die republikanische Einigkeit und führte von Juni 1922 bis April 1923 zum Irischen Bürgerkrieg. Die Teilung der Insel war dabei die kleinste Differenz, weil alle fest davon ausgingen, dass bei einem Austritt Nordirlands die eingesetzte Grenzkommission den Grenzverlauf zugunsten von Irland ziehen würde. Ein großer Irrtum wie sich später noch herausstellen sollte. Der Irische Bürgerkrieg selber endete, auch durch tatkräftige Hilfe der Briten mit Artillerie, Flugzeuge, bewaffnete Fahrzeuge, Maschinenpistolen, Handfeuerwaffen und Munition, mit einem Sieg der BefürworterInnen des Anglo-Irischen Vertrages. Nach langjährigen inneririschen Querelen trat das im 2. Weltkrieg neutrale Irland 1949 aus dem Commonwealth aus und wurde zur Republik Irland. Als Reaktion darauf bekam die unionistische Mehrheit in Nordirland die Rechtsgarantie auch weiterhin zu einem Teil des Vereinigten Königreichs zu gehören.

Nach diesem kleinen Einblick in die Vorgeschichte des Nordirland-Konflikts folgte eine Vorstellung der verschiedenen Konfliktparteien im Nordirland-Konflikt. Die mehrheitlich protestantischen Unionisten wollen Teil des britischen Königreichs bleiben.

  • Democratic Unionist Party (DUP) – Protestantisch-unionistische, politische Partei.
  • Ulster Defence Association (UDA) – Protestantischen Paramilitärs. Seit 2010 entwaffnet.
  • Ulster Freedom Fighter (UFF) – Paramilitärisch-loyalistische Organisation. Radikaler Flügel der UDA.
  • Ulster Volunteer Force (UVF) – Protestantisch-unionistische Miliz, die eng mit der unionistisch paramilitärischen Organisation Red Hand Commando zusammenarbeitete. Ihr politischer Arm ist die Progressive Unionist Party (PUP).

Die mehrheitlich katholischen Nationalisten streben eine Loslösung von Großbritannien und eine Vereinigung mit der Republik Irland an.

  • (Provisional) Irish Republican Army (IRA oder PIRA) – Die bekannteste paramilitärische Organisation in Nordirland. Die Bezeichnung „Provisional“ bezieht sich auf die Abspaltung von der „Official IRA“ (OIRA) bei Ausbruch des 2. Bürgerkriegs 1969.
  • Sinn Féin – Ihr Name bedeutet übersetzt „Wir selbst“. Sie gilt als der politische Arm der IRA. „In der einen Hand den Stimmzettel, in der andern das Maschinengewehr“ – Parteitag 1981
  • Republican Sinn Féin/Continuity IRA (CIRA) – Abspaltung von der PIRA 1986. Nicht im Waffenstillstand.
  • Real IRA (RIRA) – Entstanden 1997. Nicht im Waffenstillstand.

Die Verfassung des Freistaates Irland von 1937 verstärkte bei den Unionisten (englisch- und schottischstämmige Protestanten) in Nordirland die Angst geschluckt zu werden. Katholiken und Republikaner wurden deswegen zu Fremdkörpern und Staatsfeinden erklärte. Die Diskriminierung der katholischen Minderheit in Nordirland nahm zu. Die Unionisten setzten auf kommunaler Ebene das Verhältniswahlrecht ab und führten das britische Mehrheitswahlrecht ein. Verbunden mit illegalen Wahlkreisziehungen begünstigte dies unionistische gegenüber republikanischen Kandidaten. Das nordirische Wahlrecht war auch stark an Besitz gebunden, was die meist ärmeren Katholiken zusätzlich diskriminierte. Durch all diese Maßnahmen wurde Nordirland von 1921 bis 1972 ununterbrochen von der Ulster Unionist Party (UUP) regiert. Des Weiteren gab es auch Diskriminierungen bei der Vergabe von Arbeitsplätzen oder der Zuweisung von Sozialwohnungen. Die Spaltung der beiden Bevölkerungsteile wurde auch noch durch die Schulpolitik der Kirchen gefördert. Sah man bei der Gründung Nordirlands konfessionell gemischte Schulen vor, wurde dies von den Kirchen von Anfang an stark abgelehnt. Von den 1,7 Millionen Menschen in Nordirland gehören 850 000 zu den Protestanten und 750 000 zu den Katholiken.

Der Nordirlandkonflikt, auch The Troubles genannt, lief von 1969 bis 1998. Es handelte sich bei dem Konflikt um einen Identitäts- und Machtkampf zwischen zwei Gruppen, die sich vereinfacht ausgedrückt auf den ersten Blick nach Ethnie und Konfession unterschieden. Die vermeintlich gegensätzlichen Pole, „Protestanten“ und „Katholiken“, dienen vielmehr als Unterscheidungsmerkmal zweier gesellschaftlicher Gruppen, die seit jeher gegensätzliche soziale, politische, wirtschaftliche und schließlich auch religiöse Geisteshaltungen pflegten.

Die unterschiedlichen Kulturen hatten sich aus dem Kontrast zwischen den alteingesessenen Iren (die oftmals arm, bäuerlich und katholisch waren) und den kolonialisierenden schottischen und englischen Siedlern (wohlhabend, industriell, protestantisch) entwickelt. Ihren ethnischen Klang erhielten die Konfessionsbegriffe schließlich durch die Selbstdefinition der heimisch gewordenen Siedler als Protestanten.

Den Nordirlandkonflikt als einen Religionskrieg zu beschreiben wäre allerdings fatal und viel zu kurz gefasst. Vielmehr handelte es sich dabei um ein neues Kapitel, des schon seit jahrhunderten andauernden Kampfes, der für ihre Freiheit kämpfenden Iren und der britischen Kolonialmacht.

"ONE MAN ONE VOTE"
Die nordirische Bürgerrechts-
bewegung
trug ihren Protest auf die Straße

Ende der 1960er Jahre begannen immer mehr katholische wie auch protestantische Bürger gemeinsam gegen die Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Beeinflusst von Dr. Martin Luther Kings friedlicher Bürgerrechtsbewegung aus den USA wurde 1967 die nordirische Bürgerrechtsbewegung Northern Ireland Civil Rights Association (NICRA) und 1968 die Studentenorganisation People’s Democracy (PD) gegründet. Die Protestmärsche der Katholiken wurden immer wieder gewaltsam, unter den Augen der nordirischen Polizei der Royal Ulster Constabulary (RUC), angegriffen. Man vermutete fälschlicherweise in der Bürgerrechtsbewegung eine republikanische Verschwörung zur Vereinigung mit der Republik.

Wichtigste Forderungen der Bürgerrechtsbewegung waren:

  • Die Abschaffung des Mehrfachwahlrechtes und Beendigung der manipulativen Ziehung von Wahlkreisen („Gerrymandering“)
  • Die Abschaffung des „Special Power Act“
  • Keine Diskriminierung bei der Vergabe von Arbeitsplätzen.
  • Faire Vergabe von Wohnungen.
  • Meinungs-, Versammlungs- und Vereinsfreiheit.
  • Die Auflösung der B-Sepecials.
  • Aufbau eines staatlichen Beschwerdesystems für die Minderheit.

Die IRA spielte zu diesem Zeitpunkt in Nordirland keine Rolle. Sie hatte nach einer Anschlagsserie in den Jahren von 1956 bis 1962 begonnen der Gewalt zu entsagen. Für sie kamen die Ereignisse völlig überraschend. Auf die Übergriffe der Protestanten reagierte die katholische Bevölkerung mit der Errichtung von Barrikaden um sich zu schützen. Die bürgerkriegsähnlichen Unruhen führten zu Vertreibungen und zum Entstehen von Ghettos in denen noch heute ausschließlich Protestanten oder Katholiken leben. Nicht mehr Herr der Lage rief man die britische Armee um Hilfe. Viele Katholiken begrüßten diese Entscheidung, weil man sich Hilfe vor Übergriffen der Unionisten erhoffte und in der nordirischen Polizei RUC keine neutrale Instanz sah. Das Fehlen eines politisches Konzepts zur Lösung der Probleme zerstörte allerdings sehr schnell den neutralen Ruf der britischen Armee.

Im Dezember 1969 spaltete sich die IRA in die militante Provisional IRA (PIRA) und marxistische Official IRA (OIRA). Ersterer hatte großen Zulauf und begann einen Guerillakrieg. Am 9. August 1971 begann die britische Armee mit der Einführung von vorbeugenden Internierungen von verdächtigen Menschen ohne Anklage. Diese so genannte Internment-Politik schürte die Gewalt zusätzlich. Beim Bloody Sunday in Derry wurden 14 Menschen durch britische Fallschirmjäger getötet. Eine wütende Menge brannte daraufhin die Englische Botschaft in Dublin nieder. Es folgte die Auflösung des Parlaments von Nordirland nach über 50 Jahren durch London.

Wandgemälde in Derry
für die im Hungerstreik
gestorbenen

1972 konnten 40 Gefangene durch einen Hungerstreik durchsetzen, dass politische Gefangene keine Gefängniskleidung tragen sowie auch keine Gefängnisarbeit zu verrichten hatten. 1976 wollte die britische Regierung diesen Sonderstatus abschaffen und die politischen Gefangenen zu ganz gewöhnlichen Kriminellen erklären. Es begann ein fünfjähriger Konflikt indem auch Gefängniswärter ihr Leben verloren. Mit dem Blanket Protest (Decken-Protest) und dem Dirty Protest (schmutziger Protest) versuchten über 500 Gefangene der Provisional Irish Republican Army und der Irish National Liberation Army fünf Forderungen durchzusetzen. Diese waren:

  • Das Recht keine Gefängnisuniformen zu tragen
  • Das Recht Gefängnisarbeit zu verweigern
  • Das Recht freie Verbindungen mit anderen Gefangenen aufzunehmen und Bildungs- und Freizeitveranstaltungen zu organisieren
  • Das Recht auf einen Besuch, einen Brief und Paket je Woche
  • Voller Straferlass der am Streik Beteiligten

Die politischen Gefangenen konnten letztendlich vier Forderungen durch Hungerstreiks durchsetzen. Dabei kamen insgesamt 10 Menschen ums Leben. Allein an der Beerdigung von Bobby Sands, der während seiner Gefangenschaft in das Unterhaus gewählt wurde, nahmen über 100 000 Menschen teil. Was damals fast einem Fünftel der katholischen Bevölkerung Nordirlands entsprach. Die letzte Forderung keine Gefängnisarbeit durchzuführen wurde zwei Jahre später durch eine inoffizielle Schließung der Gefängniswerkstatt ebenfalls erfüllt.

Das Karfreitagsabkommen vom 10. April 1998 beendete eine furchtbare Spirale der Gewalt in Nordirland. Per Referendum nahmen in Nordirland 71 Prozent und in Irland 94 Prozent der Bevölkerung die Ergebnisse von schwierigen Verhandlungen zwischen den unionistischen und republikanischen Parteien in Nordirland, Irland und Großbritannien an. Die Bestandteile des Vertrages sind:

  • Die Regierung der Republik Irland verzichtet auf ihre Forderung nach einer Wiedervereinigung mit Nordirland.
  • Irische und nordirische Behörden arbeiten zusammen.
  • Die paramilitärischen Truppen der Irish Republican Army (IRA), der Ulster Defence Association (UDA) sowie der Ulster Volunteer Force (UVF) erklären ihre Bereitschaft zur Entwaffnung.
  • Die Entlassung von Untergrundkämpfern aus dem Gefängnis wird in Aussicht gestellt.
  • Großbritannien sagt eine Verringerung seiner Truppenpräsenz in Nordirland zu.
  • Großbritannien steht einer Vereinigung Nordirlands mit dem Süden nicht im Wege, wenn eine Mehrheit der Bevölkerung in Nordirland dies in einem Referendum beschliesst.
  • Der Government of Ireland Act wird zurückgenommen.

Die IRA stellte 2005 endgültig Ihren bewaffneten Kampf ein. Fast jede Familie in Nordirland hatte in diesem Kampf Tote oder Verletzte zu beklagen. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung der Kämpfe müde ist, kommt es immer noch jedes Jahr zu Aufmärschen radikaler Unionisten des Oranierordens in katholischen Vierteln. Heftige Ausschreitungen sind meist die Folge. Im Juni 2011 griff die paramilitärische UVF ein irisches Viertel in Belfast an. Diese und andere pro-britische Gruppen fürchten nach wie vor eine (friedliche) Entwicklung in Richtung Wiedervereinigung wie sie etwa Sinn Féin vorantreibt.

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2 Antworten to “Nachbericht: Vortrag zum Nordirland-Konflikt”

  1. Hallo, ich finde Eure Nachlese gut gemacht, aber zwei Dinge sind aus meiner Sicht nicht richtig, aber ziemlich wichtig.
    (1) Ihr schreibt: „Der Nordirlandkonflikt, auch The Troubles genannt, lief von 1969 bis 1998. Es handelte sich bei dem Konflikt um einen Identitäts- und Machtkampf zwischen zwei Gruppen, die sich vereinfacht ausgedrückt auf den ersten Blick nach Ethnie und Konfession unterschieden.“
    Das ist eine übliche Beschreibung, die aber so nicht stimmt. Der Machtkampf verlief im Nordirlandkonflikt nicht zwischen Katholiken und Protestanten, sondern zwischen Iren, die für ihre Freiheit kämpfen und der britischen Kolonialmacht. Dass die alteingesessenen Iren mehrheitlich katholisch sind, ist dabei nicht sehr wichtig. Irische Republikaner sind mittlerweile eh oft Atheisten. Die britischen Machthaber haben in diesem Konflikt einen Teil der Iren (meist Protestanten) auf ihre Seite gezogen, nach dem alten Prinzip „spalte und herrsche“. Der ehemalige IRA Aktivist Pat Sheehan beschreibt das recht gut in einem Gespräch, das wir letztes Jahr mit ihm in Belfast geführt haben: http://www.info-nordirland.de/news/2011/new2011_102_d.htm
    (2) Im Karfreitagsabkommen ist festgelegt, dass Grossbritannien einer Vereinigung Nordirlands mit dem Süden nicht im Wege steht, wenn eine Mehrheit der Bevölkerung in Nordirland dies in einem Referendum beschliesst. Das ist nicht nur eine „kann“ Bestimmung.
    Solidarische Grüße, Uschi

    • Liebe Uschi,
      danke für deine Kritik an unserem Nachbericht.
      Zu Punkt 1: Wir wollen selbstverständlich nicht auch noch dem uninformierten Mainstream in die Hände spielen, der immer noch meint, es handle sich beim irischen Unabhängigkeitskampf um einen Kampf zwischen Katholiken und Protestanten. Deswegen haben wir folgenden Absatz neu mit eingefügt:
      „Den Nordirlandkonflikt als einen Religionskrieg zu beschreiben wäre allerdings fatal und viel zu kurz gefasst. Vielmehr handelte es sich dabei um ein neues Kapitel, des schon seit jahrhunderten andauernden Kampfes, der für ihre Freiheit kämpfenden Iren und der britischen Kolonialmacht.“
      Zu Punkt 2: Die entsprechende Zeile haben wir geändert.
      Solidarische Grüße, Victor – für die BG Weißenburg

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