Nachbericht zu der Kundgebung in Weißenburg – Türkei bombardiert, Deutschland finanziert!

Am 06. Januar 2012, versammelten sich  über 70 TeilnehmerInnen vor dem Gotischen Rathaus in Weißenburg. Die Polizei war mit mehreren Fahrzeugen vertreten und versuchte bereits im Vorfeld zu erfahren, ob „auswärtige linke“ anreisen würden. Mehrere Personen aus dem neonazistischen Spektrum erhielten von der Polizei Platzverweise.

Zu der Protestkundgebung aufgerufen hatten [’solid] – die sozialistische Jugend Weißenburg, Netzwerk Linker AktivistInnen (NLA) sowie die Partei Die Linke.

Hintergrund, der Protestkundgebung, war die Ermordung von 35 Kinder und Jugendlichen durch die türkische Regierung in Kurdistan. Ende Dezember waren diese von F-16 Kampfflugzeugen bombardiert worden, laut offizieller Sprachregelung der türkischen Militär- und Regierungsführung hielt man sie für Guerillas. Ausgelöscht hat man in Wirklichkeit einfache SchmugglerInnen. Überlebende der Bombardierung bestätigten, dass Soldaten die SchmugglerInnen vor dem Luftangriff gestoppt hatten und somit wussten, dass es sich eben nicht um bewaffnete Guerillas handelte. Bei diesem menschenverachtenden Angriff kamen aller Wahrscheinlichkeit nach Napalm-Bomben zum Einsatz. Die türkische Regierung hat damit wiederholt, auch gegen die von ihr ratifizierte Chemiewaffenkonvention verstoßen und ein schändliches Kriegsverbrechen begangen.

Victor Rother der für [’solid] Weißenburg die Kundgebung eröffnete, kritisierte den fehlenden Aufschrei der internationalen Gemeinschaft und die nicht existente juristische Aufarbeitung des Bombardements. Er machte ebenfalls darauf aufmerksam, dass die Aufstände des sogenannten „Arabischen Frühlings“ weltweit Beachtung und Unterstützung fanden, der jahrzehntelange Kampf des kurdischen Volkes für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit jedoch von großen teilen der Massenmedien kaum erwähnt und oft gänzlich verschwiegen werden.

Erkan Dinar, Kreisvorsitzender der Partei Die Linke, ging in seiner Rede u.a. auf die Situation in Kurdistan und den Krieg der türkischen Regierung gegen die eigene Bevölkerung ein. „Gegen demokratische und sozialistische Kräfte genauso wie auch gegen Minderheiten im Land“ Er kritisierte ferner den Kurs der deutschen Bundesregierung und deren Militärgeschäfte mit der Türkei.

„Die Menschen in Ländern mit despotischen Regierungen sind weltweit auf sich alleine gestellt, bei ihren Versuchen endlich Freiheit und Gerechtigkeit zu erringen. Unsere Aufgabe in der Diaspora ist es allerdings Solidarität zu zeigen, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen, Forderungen aufzustellen und vor allem menschlich mitzufühlen“ so Erkan Dinar abschließend.

[’solid] – die sozialistische Jugend Weißenburg wird sich zusammen mit ihren BündnispartnerInnen auch weiterhin zu Wort melden, wenn im Namen des Kapitals ganze Völker und emanzipatorische Kräfte verfolgt, geschlagen, gefoltert oder auch umgebracht werden. Ob nun in der Türkei, in Palästina oder auch in Afghanistan! Unsere Waffe heißt Solidarität!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: